Streamkeks:Analyse – Alkoholsucht Schamanische Sicht HUNGER GEISTER

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Analysiert 2026-05-02
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Kanal Kristallmensch Kristallwolf
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Kanal: Kristallmensch Kristallwolf · Datum: 2026-05-02 · Länge: 24:59 Transkript: → Transkript

Wichtiger Hinweis – Kein Ersatz für eine professionelle Diagnose

Diese Analyse ist keine psychologische, psychiatrische oder medizinische Diagnose und darf nicht als eine solche verstanden oder verwendet werden.

Alle Einordnungen, die psychologische Fachbegriffe verwenden (z. B. Beziehungsideen, Grandiosität, wahnhafte Züge), dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Beschreibung und Einordnung öffentlich zugänglicher Aussagen aus dem zitierten Video. Sie ersetzen keine klinische Begutachtung durch eine qualifizierte Fachperson und erlauben keine Rückschlüsse auf den tatsächlichen Gesundheitszustand der analysierten Person.

Grundlage dieser Analyse sind ausschließlich belegbare Fakten: transkribierte Originalzitate, wissenschaftliche Fachliteratur und überprüfbare historische sowie empirische Quellen. Alle Bewertungen sind nachvollziehbar begründet und mit Quellenangaben versehen.

Erstellt von: StreamKeks · 06.06.2026


1. Zusammenfassung des Inhalts

Das Video ist ein ca. 25-minütiger Reaktions-Monolog auf ein Video von Ralph Riedel zum Thema Alkohol und Sucht. Der Sprecher präsentiert eine Kombination aus medizinisch-korrekt benannten Sucht-Mechanismen und schamanisch-spiritueller Erklärungsebene. Zentrale Themenblöcke:

- Kritik an Ralph Riedels Aussage, Sucht-Wesenheiten seien grundsätzlich bereits in uns - Einführung des Preta/Hungergeist-Konzepts aus dem Buddhismus als spirituelle Suchtursache - Körperliche vs. geistig-spirituelle Abhängigkeit bei Alkohol - Kritik an der Verharmlosung von Alkohol als Gesellschaftsdroge - Persönliche Erfahrungsberichte mit Alkohol und Sensitivität - Alkohol als historisches Unterdrückungsmittel gegen Indigene - Spekulation über Schwarzmagie und Vampire als Manipulatoren beim Alkoholkonsum - Kanal-Vorschau und Hinweise auf künftige Kampfkunst-Videos


2. Faktenchecks nach Thema

2.1 Pretas / Hungergeister als spirituelle Sucht-Entitäten

Behauptung: Hungergeister (in Tibet „Preter" [sic] genannt) seien reale Entitäten, die in Japan, China, Tibet und bei den Indigenen Amerikas bekannt seien. Diese Dämonen „dringen in dich ein, kontrollieren den Körper und deinen Verstand" und verursachen Sucht- und Trinkzwang. Sie seien nicht von Geburt an im Menschen, sondern infizieren ihn durch Substanzkonsum.

Faktenlage: Das Preta-Konzept (Sanskrit: Preta, tibet. yi dwags) ist ein reales Element der buddhistischen Kosmologie und tatsächlich in verschiedenen ostasiatischen Kulturen dokumentiert. Pretas werden als Wesen im ewigen Hunger dargestellt, die für vergangene Gier und Habsucht büßen – sie dienen als ethisch-moralisches Konzept, nicht als medizinische Ätiologie.

Teilbehauptung Bewertung
Pretas/Hungergeister sind in Tibetischem Buddhismus, Japan und China bekannt Korrekt – Das Preta-Konzept ist in verschiedenen buddhistischen Traditionen verbreitet und dokumentiert [1]
Indigene Amerikas kennen analoge Sucht-Wesen Nicht spezifisch belegt – Es gibt indigene Konzepte zu Geistern und Krankheit, aber kein direktes Äquivalent zu Pretas als Sucht-Entitäten
Diese Wesen dringen physisch in Menschen ein und verursachen Sucht Nicht wissenschaftlich haltbar – Das Preta-Konzept ist eine spirituell-ethische Metapher, keine kausale Suchttheorie. Suchtentwicklung ist durch Neurobiologie, Genetik und Umweltfaktoren erklärt [2]
Ralph Riedel irrt, wenn er sagt, diese Wesen seien grundsätzlich bereits in uns Nicht prüfbar – Dies ist ein innerreligiöser Interpretationsstreit zwischen zwei spirituellen Positionen ohne wissenschaftliche Grundlage
Bewertung

Das Preta-Konzept ist als kulturelles und religiöses Konstrukt real und belegt. Die Übertragung auf eine wörtliche Sucht-Ätiologie – also die Behauptung, Hungergeister verursachen buchstäblich Alkoholismus – ist eine spirituelle Interpretation ohne empirischen Beleg. Die Kritik an Riedels Deutung bleibt ein innerreligiöser Deutungsstreit.


2.2 Körperliche Alkoholabhängigkeit und Entzugssymptome

Behauptung: Schwere Alkoholabhängigkeit äußert sich in Zittern, Schwitzen und dem Gefühl, der Körper könne nicht ohne Alkohol funktionieren. Dies sei die schwerste Form. Es gebe eine körperliche (leichtere) und eine psychisch-geistige (schwerere) Komponente.

Faktenlage: Diese Darstellung ist medizinisch korrekt. Alkoholentzugssyndrome (nach ICD-11: Alkoholentzugssyndrom 6C40.4) umfassen Tremor, Schwitzen, Angst, Schlaflosigkeit und in schweren Fällen Krampfanfälle sowie Delirium tremens. Die Unterscheidung in körperliche (physiologische) und psychische Abhängigkeit entspricht dem Suchtmedizin-Konsens [3].

Bewertung

Sachlich korrekt. Die Beschreibung der Entzugssymptome und die Unterscheidung in körperliche und psychische Abhängigkeitskomponente entsprechen dem medizinischen Wissenstand.


2.3 Alkohol und Enthemmung: „Der wahre Mensch zeigt sich"

Behauptung: Die Aussage, dass Menschen betrunken „endlich sie selbst sein können" und damit ihr wahres Ich zeigen, sei „das Blödeste, was ich je gehört habe." In den meisten Fällen würden Betrunkene depressiv, aggressiv oder gewalttätig – das zeige gerade nicht das wahre Selbst, sondern den Verlust der Verhaltenskontrolle.

Faktenlage: Die Forschung bestätigt Kristallwolfs Einschätzung partiell. Alkohol hemmt den präfrontalen Kortex und reduziert die exekutiven Kontrollmechanismen – das führt zu enthemmtem, impulsivem Verhalten, das nicht dem tatsächlichen Selbstbild entspricht. Die populäre Vorstellung, Alkohol offenbare das „wahre Ich", ist wissenschaftlich nicht haltbar. Tatsächlich zeigt Alkohol eher das situativ enthemmte Reaktionsmuster, nicht einen stabilen Wesenskern [4].

Teilbehauptung Bewertung
Alkohol löst häufiger Aggression/Depression als Authentizität aus Überwiegend korrekt – Aggressionssteigerung durch Alkohol ist gut belegt
Alkohol verursacht Kontrollverlust, nicht Selbstoffenbarung Korrekt – Neurobiologisch durch Hemmung des präfrontalen Kortex erklärbar
Die „wahre Persönlichkeit" zeige sich nicht im Rausch Überwiegend korrekt – Die Alkohol-Myopie-Theorie erklärt enthemmtes Verhalten als Wahrnehmungsverengung, nicht als Selbstoffenbarung
Bewertung

Überwiegend korrekt. Kristallwolfs Einschätzung, dass Alkohol keine Selbstoffenbarung, sondern Kontrollverlust bewirkt, ist mit dem neuropsychologischen Forschungsstand vereinbar. Die absolute Formulierung vernachlässigt jedoch, dass bei manchen Menschen unter Alkohol tatsächlich unterdrückte Affekte sichtbarer werden – was aber nicht mit dem Konzept des „wahren Ichs" gleichzusetzen ist.


2.4 „Alkoholfrei" (0,5%) macht Hochsensible betrunken

Behauptung: Wer extrem sensibel sei und lange keinen Alkohol getrunken habe, werde von 0,5% Restalkohol in alkoholfreiem Bier bereits betrunken bzw. leicht berauscht.

Faktenlage: Diese Behauptung ist physiologisch nicht plausibel. Der Alkoholgehalt von 0,5% (5 g/l) in alkoholfreiem Bier führt auch bei sehr leichtgewichtigen oder alkohol-naiven Personen nicht zu messbaren Blutalkohol-Konzentrationen in rauscherzeugenden Bereichen. Zum Vergleich: Ein 60 kg schwerer Mensch müsste ca. 1,5–2 Liter alkoholfreies Bier trinken, um eine Blutalkohol-Konzentration von 0,1–0,2 ‰ zu erreichen – unterhalb der Wahrnehmungsschwelle für Rauschwirkung. Multiple Chemical Sensitivity (MCS) kann zwar Überempfindlichkeiten bedingen, aber eine Rauschinduktion durch Spurenmengen ist physiologisch nicht erklärt [5].

Bewertung

Nicht haltbar. Die Behauptung, 0,5% Alkohol verursache bei Hochsensiblen einen Rausch, ist physiologisch nicht begründet. Es ist möglich, dass psychosomatische oder placebo-artige Reaktionen wahrgenommen werden, aber eine tatsächliche Alkohol-Intoxikation durch diese Menge ist ausgeschlossen.


2.5 Whisky als historische Waffe gegen Indigene

Behauptung: Whisky sei gezielt eingesetzt worden, um Indigene Amerikas zu unterwerfen und gefügig zu machen.

Faktenlage: Diese historische Einschätzung ist korrekt und gut belegt. Alkohol wurde im Rahmen der Kolonisierung Nordamerikas systematisch im Tauschhandel mit Indigenen eingesetzt; der historische Begriff „Firewater" (Feuerwasser) beschreibt dieses Phänomen. Koloniale Akteure nutzten Alkohol als Handels- und Kontrollmittel. Genetische und kulturelle Faktoren machten viele Indigene besonders vulnerabel für Alkoholabhängigkeit [6].

Bewertung

Historisch korrekt. Alkohol als koloniales Machtinstrument gegenüber Indigenen ist ein dokumentiertes und wissenschaftlich breit untersuchtes historisches Phänomen.


2.6 Schwarzmagie, Satanisten und Vampire als Ursache von Rauschgelächter

Behauptung: Wenn Menschen betrunken unkontrolliert lachen, könne dies durch „Satanisten oder Vampire" verursacht sein, die ihre schwarzmagischen Fähigkeiten nutzen, um andere zu manipulieren und zu Dingen zu bringen, die sie nicht wollen.

Faktenlage: Diese Aussage gehört zum Kernnarrativ des Kanals: externe dämonische oder satanistische Akteure als Ursache für unerwünschte menschliche Verhaltensweisen. Für die Existenz schwarzmagischer Manipulation als neurobiologische oder psychologische Ursache von Enthemmungsreaktionen gibt es keine empirischen Belege. Lachen unter Alkohol ist durch die anxiolytische (angstlösende) und enthemmende Wirkung von Ethanol auf das GABA-System neurochemisch gut erklärt.

Bewertung

Falsch / Nicht belegbar. Alkoholbedingtes Enthemmungsgelächter ist neurochemisch erklärbar. Die Annahme schwarzmagischer Fremdsteuerung durch Satanisten oder Vampire ist eine nicht falsifizierbare Behauptung ohne empirische Grundlage.


2.7 Hungergeister verlieren Macht, wenn man aufhört zu trinken

Behauptung: Wenn man aufhöre, Alkohol zu konsumieren, und sich bewusst dagegen wehre, würden die Hungergeister „ihre Nahrungsquelle verlieren" und die Kontrolle über den Menschen verlieren.

Faktenlage: Diese Aussage funktioniert auf metaphorischer Ebene und ist mit dem neurobiologischen Verständnis von Suchtausstieg vereinbar: Alkohol-Abstinenz reduziert sukzessive die neuroadaptiven Veränderungen (Neuroplastizität, Dopaminregulation), die Craving und Rückfallrisiko bedingen. Ob man dies als „Hungergeister verlieren ihre Macht" oder als „Normalisierung der Neurotransmitter" beschreibt, ist eine Frage des Bezugssystems, nicht der Sachaussage.

Bewertung

Metaphorisch sinnvoll, nicht wörtlich belegbar. Die praktische Empfehlung (Abstinenz stärken, Bewusstsein entwickeln) ist suchtmedizinisch richtig. Die dafür verwendete Erklärungsebene (dämonische Entitäten) ist nicht empirisch.


2.8 Comedy-Komiker werden durch „Höllenclowns" gesteuert

Behauptung: Viele Komiker und Comedy-Schaffende werden durch Hungergeister, Dämonen und sogenannte „Höllenclowns" kontrolliert. Manche Komiker „geben erst richtig Gas", wenn sie besoffen sind – was ebenfalls auf diese Entitäten zurückzuführen sei. Auch Rülps-Wettbewerbe auf YouTube seien ein Produkt dieser Hungergeister.

Kontext im Video: Die Aussage steht in einer Assoziationskette: Alkohol → Lachen → Satanisten/Vampire steuern Lachen → Rülpsen auf YouTube → Komiker allgemein werden von „Höllenclowns" gesteuert. Sie wird nicht weiter begründet oder erläutert, sondern als direkte Schlussfolgerung aus dem Hungergeister-Modell präsentiert.

Faktenlage: Der Begriff „Höllenclowns" ist eine Eigenschöpfung des Sprechers ohne definierten Referenzrahmen – weder in der schamanischen Tradition noch in der buddhistischen Kosmologie gibt es eine etablierte Kategorie, die diesem Namen entspricht. Die Behauptung, Komiker würden durch dämonische Entitäten zur Komik angetrieben, ist eine nicht falsifizierbare Spekulation ohne jede empirische oder kulturhistorische Grundlage.

Aus psychologischer Sicht lässt sich humorvolles Verhalten unter Alkohol gut durch die bereits beschriebene Alkohol-Myopie-Theorie erklären [^4]: Enthemmung, reduzierte soziale Hemmschwellen und gesteigerte Risikobereitschaft führen zu ausgeprägterem Ausdrucksverhalten – ohne übernatürliche Ursache.

Komik und Comedy als Kunstform haben darüber hinaus eine gut untersuchte psychologische, soziale und kulturelle Basis. Die Incongruity-Theorie (Inkongruenz-Auflösung), die Superiority-Theorie und die Relief-Theorie (Entlastung von Spannung) sind etablierte Erklärungsmodelle [7], die ohne Dämonen auskommen.

Teilbehauptung Bewertung
Komiker werden durch „Höllenclowns" gesteuert Nicht belegbar – kein kulturhistorischer oder empirischer Referenzrahmen
Alkohol verstärkt komisches Verhalten bei manchen Komikern Korrekt beschrieben, aber neuropsychologisch erklärbar (Enthemmung)
Rülps-Wettbewerbe auf YouTube = Hungergeister-Aktivität Nicht belegbar – soziales Imponierverhalten und Plattform-Anreize erklären das Phänomen
Bewertung

Nicht belegbar / Eigenerfindung. „Höllenclowns" sind keine etablierte Kategorie in irgendeiner schamanischen oder religiösen Tradition. Die Behauptung, Comedy werde durch dämonische Entitäten angetrieben, ist eine unbelegte Ausdehnung des Hungergeister-Modells auf ein völlig anderes Feld. Alkohol-bedingte Enthemmung bei Komikern ist neuropsychologisch erklärbar.


3. Rhetorik und Struktur

3.1 Stärken des Videos

- Korrekte Benennung der medizinischen Entzugssymptome (Zittern, Schwitzen) - Sachlich begründete Kritik an der Verharmlosung von Alkohol als Gesellschaftsdroge - Historisch korrekte Einordnung des Alkohol-Einsatzes gegen Indigene - Klare Ablehnung der Entschuldigungsformel „Ich war betrunken – zählt nicht" - Interessanter Verweis auf das Preta-Konzept als transkulturelles Suchtnarrativ

3.2 Schwächen des Videos

- Vermischung von medizinisch korrekt beschriebenen Phänomenen mit nicht belegbaren spirituellen Kausalerklärungen (Entitäten, Schwarzmagie) - Anekdotische Eigenberichte (eigene Alkohol-Empfindlichkeit, Gewichtsverlauf) werden als allgemeingültige Belege präsentiert - Behauptung der Rausch-Wirkung von 0,5% Restalkohol ist physiologisch unhaltbar - Schwarzmagische Fremdsteuerung als Erklärung für Enthemmungsgelächter ohne jede Grundlage - Behauptung, Comedy-Komiker würden durch „Höllenclowns" gesteuert – unbelegte Eigenerfindung ohne Referenzrahmen - Unklare Quellenlage: Buddhist. Preta-Konzept wird korrekt benannt, aber sofort literalistisch-kausal umgedeutet - Ständige Abwertung Riedels ohne konkretes Gegenzitat aus dem Reaktions-Video

3.3 Vergleich mit anderen Videos des Kanals

Das Video zeigt das für den Kanal typische Muster: Ein medizinisches oder soziales Thema (hier: Alkoholsucht) wird korrekt oberflächlich beschrieben, dann mit schamanischen Entitätskonzepten überlagert, die externe Bösartige (Satanisten, Vampire, Hungergeister) als Hauptursache setzen. Dieses Erklärungsschema – sichtbar auch in Videos zu Depressionen, Esoterik und Kampfkunst – entlastet den Einzelnen von Eigenverantwortung und setzt gleichzeitig den Sprecher als denjenigen in Szene, der diese Wahrheit „als echter Schamane" erkennt. Die Reaktion auf Ralph Riedel folgt dem wiederkehrenden Format: Überlegenes Wissen vs. inkompetenter Pseudo-Schamane.


4. Gesamtbewertung

Fazit

Das Video behandelt das gesellschaftlich relevante Thema Alkoholsucht mit einer interessanten Kombination aus korrekt benannten medizinischen Grundlagen und spirituellen Erklärungsebenen. Auf der sachlichen Ebene trifft Kristallwolf einige richtige Punkte: Entzugssymptome, Verharmlosung von Gesellschaftsalkohol und die historische Instrumentalisierung von Alkohol gegen Indigene sind gut beschrieben. Die spirituelle Kernthese – Hungergeister als wörtlich reale Sucht-Entitäten, Schwarzmagie als Ursache für Enthemmung – ist nicht empirisch belegbar. Die Behauptung, 0,5%-Alkohol verursache Rauschzustände, ist physiologisch falsch.

Behauptung Bewertung
Pretas/Hungergeister sind in buddhistischen Kulturen bekannt ✅ Korrekt
Hungergeister verursachen buchstäblich Alkoholsucht ❌ Nicht belegbar
Entzugssymptome (Zittern, Schwitzen) bei schwerer Abhängigkeit ✅ Medizinisch korrekt
Alkohol zeigt nicht das „wahre Ich", sondern bewirkt Kontrollverlust ✅ Überwiegend korrekt
0,5%-Alkohol macht Hochsensible betrunken ❌ Physiologisch nicht haltbar
Whisky als historisches Unterdrückungsmittel gegen Indigene ✅ Historisch korrekt
Schwarzmagie/Vampire verursachen Rauschgelächter ❌ Keine empirische Grundlage
Abstinenz entzieht Hungergeistern die Nahrung ⚠️ Metaphorisch sinnvoll, nicht wörtlich
Comedy-Komiker werden durch „Höllenclowns" gesteuert ❌ Nicht belegbar, Eigenerfindung


6. Psychologische Musteranalyse – Beobachtbare Auffälligkeiten im Transkript

Pflichthinweis – Keine Diagnose

Dieser Abschnitt ist keine psychiatrische oder psychologische Diagnose und darf keinesfalls als eine solche verwendet werden. Die nachfolgenden Einordnungen beschreiben ausschließlich beobachtbare sprachliche und inhaltliche Muster in einem öffentlich zugänglichen Video-Transkript auf Basis wissenschaftlicher Konzepte.

Eine klinisch valide Diagnose setzt eine umfassende persönliche Begutachtung durch eine qualifizierte Fachperson voraus. Auf Basis eines Transkripts ist dies nicht möglich.

Erstellt von: Frank Herberg · StreamKeks · 06.06.2026

Beobachtete Muster

Muster Transkript-Stelle Wissenschaftliches Konzept
Dämonen (Hungergeister) als kausale Erklärung für Suchtverhalten „Logisch, diese Kreaturen infizieren dich dann, sie dringen in dich ein, kontrollieren den Körper" Magisches Denken (Eckblad & Chapman, 1983)
Schwere Eigenbeurteilung des Reaktionskollegen als nicht schamanisch-kompetent „kann keinen Funken bestätigen, dass er Schamane ist" Grandiositätsüberzeugungen / Delegitimierung
Vampirismus durch Hungergeister im Komik-Bereich „Höllenclowns kontrollieren Comedians" Apophänische Kognition (Brugger, 2001)
0,5% Alkohol reicht für Rausch – eigene Hochsensibilität als Beleg „da bin ich schon besoffen" (0,5% alkoholfrei) Nicht klinisch belegbare Selbstdiagnose
Eigene Suchtgeschichte als Beleg für schamanische Erkenntnis „kann ich mich noch ganz schwach an dieses Gefühl erinnern" Externaler Locus of Control / Eigenbeobachtung als universeller Beweis

Einordnung

Das Video (24 Minuten) ist die bisher sachlichste Diskussion eines gesellschaftlich relevanten Themas im untersuchten Korpus. Die neurobiologisch beschreibbaren Aspekte der Sucht werden korrekt erfasst (körperliche Abhängigkeit, Kontrollverlust). Das magische Erklärungssystem (Dämonen als Suchtursache) liegt parallel zum sachlichen Beobachtungsrahmen, ohne ihn vollständig zu ersetzen. Die psychologisch auffälligsten Elemente sind die pauschale Degradierung des Reaktionsvideos und die Erweiterung des Dämonensystems auf kulturelle Phänomene (Comedy = Höllenclowns).

Relevante Konzepte (keine Diagnosen): Magisches Denken, Grandiosität (geringer Ausprägungsgrad), apophänische Kognition

Differenzierung: Im Vergleich zum Gesamtwerk zeigt dieses Video die geringste Intensität psychologischer Auffälligkeiten. Der sachliche Kern der Suchtbeschreibung ist nachvollziehbar und teilweise korrekt. Das magische Erklärungsmodell (Hungergeister) ist in schamanischen und buddhistischen Traditionen kulturell verwurzelt und geht nicht in gleicher Weise wie andere Videos über kulturelle Normen hinaus.


YouTube-Kommentar

Das Preta-Konzept aus dem tibetischen Buddhismus ist ein kulturell faszinierender Ausgangspunkt für eine Reflexion über Sucht – danke für den Hinweis auf diese Tradition. Medizinisch interessant ist, dass du die körperlichen Entzugssymptome (Zittern, Schwitzen) und die gesellschaftliche Verharmlosung von Alkohol sehr treffend beschreibst. Allerdings sollte man unterscheiden: Das Preta-Konzept ist in seiner Ursprungstradition eine ethisch-moralische Metapher, keine kausale Suchtätiologie. Die Neurobiologie der Alkoholabhängigkeit – Dopaminregulation, GABA-System, präfrontale Enthemmung – ist heute gut erforscht und erklärt denselben Sachverhalt auf einer anderen Beschreibungsebene. Würde dich interessieren, wo du selbst Überschneidungen und Widersprüche zwischen schamanischer und neurobiologischer Suchtbeschreibung siehst?


Gesamtwerk · Transkript

Einzelnachweise

  1. Buswell, Robert E. Jr. & Lopez, Donald S. Jr. (2014). The Princeton Dictionary of Buddhism. Princeton University Press. – Eintrag „Preta" (S. 659–660).
  2. Koob, George F. & Volkow, Nora D. (2016). Neurobiology of addiction: a neurocircuitry analysis. The Lancet Psychiatry, 3(8), 760–773. DOI: 10.1016/S2215-0366(16)00104-8
  3. Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) (2021). S3-Leitlinie Alkoholbezogene Störungen: Screening, Diagnose und Behandlung. AWMF-Register-Nr. 076-001. Verfügbar unter: awmf.org
  4. Steele, Claude M. & Josephs, Robert A. (1990). Alcohol myopia: Its prized and dangerous effects. American Psychologist, 45(8), 921–933. – Grundlagenwerk zur Alkohol-Myopie-Theorie.
  5. Doty, Richard L. & Hastings, L. (2001). Neurotoxic exposure and olfactory impairment. Clinical Occupational and Environmental Medicine, 1, 547–575. – Zu MCS und Sensitivitätsbehauptungen; keine Belege für Rauschinduktion durch Spurenmengen.
  6. Mancall, Peter C. (1995). Deadly Medicine: Indians and Alcohol in Early America. Cornell University Press. – Standardwerk zur historischen Nutzung von Alkohol als Kolonialwaffe.
  7. Martin, Rod A. (2007). The Psychology of Humor: An Integrative Approach. Elsevier Academic Press. – Überblick über Incongruity-, Superiority- und Relief-Theorie des Humors.